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8│Kreuz über dem Borngraben

Lage und Standort: über dem Borngraben, oberhalb, westlich des Friedhofs, Flur 33 Flurstück 86/54 Nord-Ost Ecke, Ausrichtung Ost. Ehemaliger Standort am Weg von Marxheim nach Breckenheim. Heute verlängerte Straße Am Ranzenbrunnen. Koordinaten: N 50° 04.1178‘; E 8° 25.6164‘
Form/Stilrichtung: Klassizismus
Material: Roter Mainsandstein

Der Sockel hat eine sehr gradlinige aber harmonische Form.

Am Kreuzfuß befindet sich die Darstellung der betenden Jungfrau Maria. Der obere Teil des Kreuzes ist eingerückt und trägt einen steinernen Korpus.

 Auch dieses Kreuz hat schon seinen Standort gewechselt. Es stand früher etwas weiter östlich am alten Fußweg nach Diedenbergen und Breckenheim. Nach der Flurbereinigung 1935 stand es mitten auf dem neugeschaffenen Feld. Mit der aufkommenden Mechanisierung der Landwirtschaft, wurde es ca. 1955 an den jetzigen Standort an Feldrand verbracht.

2012 wurde das Kreuz bei einem Unfall beschädigt. Die Restaurierung wurde durch den Steinmetz Robert Schmidt aus Eltville durchgeführt. Die Kosten übernahm die Versicherung des Unfallverursachers

Weitere Details, siehe Broschüre Sandsteinkreuze 2020 von Josef Noll.

Eigentümer: ist dem Verein für Heimatgeschichte Marxheim e.V. bekannt.

Zeitgeschehen in der Region:

Regierung: Deutsches Kaiserreich, preußische Provinz Hessen-Nassau.

Es konnten für die Region keine außergewöhnlichen Ereignisse für diesen Zeitraum festgestellt werden.

 

Inschrift:

O Ihr Alle, die Ihr vorübergehet, gebt Acht, und schauet ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerz

1904

 Text aus:
Die Klagelieder, erstes Klagelied 1,12.

 Auf der Rückseite steht:

Erneuert durch Familie Christoph Bender

Foto: Hans Colloseus

Die Menschen/Stifter:

Aus den Marxheimer Kirchenbücher konnten folgende Informationen über die Personen ermittelt werden:

Johannes Jakob Schnatz, geb. 20. Juni 1738, gest. 14. Dezember 1813, Beruf. Ackersmann und Schöffe zu Marxheim 75 Jahre
Catharina Grossmann, geb. 11. Februar 1744, gest. 18. Januar 1807, Hausfrau, 62 Jahre
Heirat: 15 Oktober 1764

Das Ehepaar hatte sieben Kinder, die alle das übliche Erwachsenenalter erreichten.

Als das Kreuz errichtet wurde, war Johannes Jakob 36 Jahre, seine Ehefrau Catharina 30 Jahre alt. Das Ehepaar war zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre verheiratet.

Auch für diese Familie gibt es in den Kirchenbüchern keine auffälligen Hinweise.

Der Stiftungsgrund könnte somit der zehnte Hochzeitstag des Paars gewesen sein.

 Auszüge aus den Marxheimer Kirchenbüchern

Auszug Hochzeiten:

Matrimonium in facie ecclesia contraxit honestus adolescens Joes Jacoby Schnatz, Reinhardi Schnatz et Anna Maria conj. pp: mm: filius legiti cum pudica virgine Catharina Grosmanin, Jois Georgii Grosman et Catharina pm: conj: filia legit.

conj. = Conjuges (ehelich, Eheleute)
mm = momentum matrimonium (Bedeutung der Ehe),
pp = per procura = in Vollmacht
pm = post meridiem (nachmittags)

Die Ehe im Angesicht der Kirche schlossen heute am Nachmittag der ehrenwerte Jungmann Johann Jacobi Schnatz, ehelicher Sohn von Reinhard und Anna Maria Schnatz mit der keuschen Jungfrau Catharina Grosmanin, eheliche Tochter von Johann Georg und Catharina Grosman.

 Auszug Totenbuch für Johann Jakob:

Jacobus Schnatz incola et viduus hujsoitis, moribundorum hh tis rite munitus 78 annorum pius et multa fundaris devotiones in hujuter culesiar etatuj

Jacob Schnatz, 78 Jahre alt, Witwer und Einwohner dieser Stadt, ist heute wohlbehütet gestorben. Er war ein frommer Mann und hat in dieser Stadt viele Andachten gestiftet.

Auszug Totenbuch für Catharina:

obiit Catharina Jacobi Schnatz uxor aetatis 63 Ann: rite provisa

Catharina, Ehefrau von Jacob Schnatz, ist im Alter von 63 Jahren, ordnungsgemäß versorgt, gestorben.