Am 15. Januar 2026 haben sich einige Mitglieder des Marxheimer Heimat und Geschichtsverein im Stadtarchiv Hofheim mit der Stadtarchivarin Frau Pissors getroffen, um das Geschworenengerichts-Actuarium einzusehen. Dieses Dokument betrifft den Zeitraum von 1741 bis 1788.
Mit weißen Handschuhen wurden ganz vorsichtig die einzelnen 180 Blättern durch gesehen.
v.l.:Helga Grashoff, Hans Colloseus, Gunnar Moog,
Stefan Schmelz, Charlotte Pissors
(nicht im Bild Fotograf: Reinhold Wendl)
Historisch:
Von der Obrigkeit wurde der Schultheiß benannt. Dieser verpflichtete wiederum jährlich den Bürgermeister, dessen Stellvertreter aber auch Feldschützen, Waldschützen sowie auch Feuerläufer.
Aber was ist jetzt ein:
Geschworenengerichts-Actuarium:
Die Geschworenen (aus dem mittelhochdeutschen Gesworne) ist seit dem Mittelalter eine aufgekommene Bezeichnung für eidlich verpflichtete Sachverwalter, wie z.B. den Bürgermeister.
Ein Actuarium ist eine Sammlung von Dokumenten, die von einem Actuarius (Schreiber) verfasst wurden.
In das Geschworenen-Actuarium wurde jedes Jahr, meistens am Anfang des Jahres, durch einen Schreiber die Geschworenen namentlich schriftlich dokumentiert.
Für den Zeitraum von 1741 bis 1788 wurden in diesem Buch die entsprechenden Verpflichteten aus Marxheim und Rechtsangelegenheiten festgehalten.
Mitglieder des Vereins haben sich zur Aufgabe gemacht, die Einträge zu transkribieren, um mehr aus der Historie von Marxheim zu erfahren.
Marxheim gehörte damals zum Kurfürstentum Mainz. Marxheim war zu dieser Zeit noch kein Stadtteil von Hofheim, gehörte allerdings bis 1787 zum Amt Hofheim.
Text: Helga Grasshoff & Peter Cisarz, Fotos: Reinhold Wendl
