Ein Haufen Stroh muss ins Eckige

Verein für Heimatgeschichte Marxheim e.V. führt Ballenpresse vor:

Wie wird aus einem Haufen Stroh ein viereckiger Ballen? Wo heute Erntemaschinen das Korn schon auf dem Feld dreschen und das verbleibende Stroh direkt in riesige Rollen pressen und mit Plastiknetzen umgeben, war dies in früheren Zeiten mühselige Handarbeit. Da waren „Ballenpressen“, die das Stroh in Form brachten und umschnürten, eine große Hilfe.

Besuch im Stadtmuseum<br />
v.l.:Helga Grashoff, xxx Gunnar Moog, Stefan Schmelz, Charlotte Pissors (Nicht im Bild Fotograf: Reinhold Wendl)

Am ersten Augustwochenende 2026 konnten Interessierte zuschauen, wie solch eine Ballenpresse früher funktionierte. Der Verein für Heimatgeschichte Marxheim führte auf dem jährlich stattfindenden Landmaschinentreffen an der Diedenbergener Speedwaybahn eine circa 80 Jahre alte Ballenpresse in voller Funktion vor. Das Gerät wurde vor vielen Jahrzehnten von dem Marxheimer Landmaschinenvertrieb Alois Imhäuser in den Rheingau verkauft. Der Verein für Heimatgeschichte Marxheim konnte die Presse 2025 zurück nach Marxheim holen und in seinen Fundus aufnehmen. Glücklicherweise war die Maschine noch in einem so guten Zustand, dass Vereinsmitglieder in der Lage waren, diese wieder in Betrieb nehmen zu können.

Und weil eine solche Presse mit Muskelkraft sehr mühsam zu bewegen ist, sprangen die Diedenbergener Traktorfreunde ein und stellten einen ebenso historischen Traktor mit Riemenantrieb zur Verfügung. Mittels eines Transmissionsriemens, der vom Motor des Traktors angetrieben wurde, konnte die Presse in Bewegung gesetzt werden.

Ganz ohne Muskelkraft ging es allerdings nicht, denn das Stroh musste von Hand mit einer Heugabel in eine Füllöffnung gebracht werden.
Diese Aufgabe übernahmen die kräftigen Männer vom Verein für Heimatgeschichte Marxheim. Was dann hinten raus kam: Schöne ebenmäßige Strohquader, die nicht nur als Einstreu im Stall, sondern heutzutage auch etwa bei Autorennen Verwendung finden.

Text: Reinhold Wendl Fotos: Stefan Schmelz & Reinhold Wendl